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Vor 20 Jahren entwickelte sich eine Idee im Kino zu einem großen Erfolg: „Nachts im Museum“ mit Ben Stiller als Museumswärter, der während der Nacht mit den lebendig werdenden Exponaten kämpfen muss. Dieser Film war so erfolgreich, dass drei Fortsetzungen gedreht wurden. Wer heute gerne einmal in der Nacht ein Museum besuchen möchte, hat bald die Chance dazu in der Energiefabrik Knappenrode.
Da unter dem gleichen Namen „Nachts im Museum“ im Herbst 2026 (am 10. Oktober) erstmals ein neues Eventformat in Knappenrode Premiere feiern wird. „Wenn es dunkel wird, erwacht die alte Brikettfabrik erst richtig zum Leben“, lässt Eventmanager und Museumssprecher Uwe Schulz die Vorfreude wachsen. Natürlicherweise wird die Fabrik zu diesem Anlass beeindruckend beleuchtet. „Es sind Taschenlampenführungen durch Bereiche unseres Gebäudes geplant, die normalerweise nicht zugänglich sind, beispielsweise der Keller.“ Ein Lampionparade und Beleuchtungsinstallationen sorgen für eine besondere Stimmung im und vor dem Museum.
Energiefabrik Knappenrode plant zwei weitere Veranstaltungen
Wie gut es wirkt, wenn das historische Backstein-Ensemble in lebendige Farben getaucht wird, zeigte sich kürzlich beim „Herrnhuter Fabrik.Leuchten“. Anfang Dezember 2025 kamen an nur vier Tagen insgesamt 15.500 Besucher auf das Fabrikgelände und bestaunten den faszinierenden Lichterzauber in und um das Industriedenkmal.
Weitere Vorschläge für das neue herbstliche Event in der Energiefabrik befinden sich noch in der Entwicklung. „Wir testen dort gerade einige neue Ideen aus“, sagte Uwe Schulz.
Ein Besuch des Museums in der Nacht ist eines von zwei Veranstaltungen, die das Industriemuseum im Jahr 2026 neu einführen möchte. Am 13. Juni wird zudem erstmals ein „Technik.Tag“ organisiert, der Einblicke in verschiedene technische Bereiche ermöglichen soll. Von Oldtimern bis hin zu modernen Feuerwehrfahrzeugen werden verschiedene Fahrzeuge gezeigt. Zudem können technische Berufe direkt erlebt werden. In der Umgebung der Technik stehen zahlreiche Angebote für alle Familienmitglieder bereit.
Mit den neuen Veranstaltungen möchte die Energiefabrik gleichzeitig neue Besucher für das Museum gewinnen. Als Gegenleistung werden die bisher bekannten Events „Fabrik.Fest.Spiele“ und das „Herbst.Feuer.Fest“ eingestellt.
23.000 Besucher besuchten das Museum in Knappenrode
Das Industriemuseum konnte im Jahr 2025 insgesamt 23.000 Besucher willkommen heißen. Dies stellt eine geringe Erhöhung gegenüber dem Vorjahr mit 4000 Gästen dar. Hinzu kommen noch die 15.500 Gäste des Herrnhuter-Spektakels. Besonders Touristen im Lausitzer Seenland entdecken zunehmend die Energiefabrik als attraktives Ausflugsziel während ihres Urlaubs. „Das ist positiv. Dennoch möchten wir uns noch stärker auch als beliebter Treffpunkt und Veranstaltungsstätte für Einheimische etablieren“, erklärt Museumsleiterin Maria Schöne.

Die Reihe „Ofen.Geschichten“, die bereits 2025 begonnen hat, wird mit kurzen Lesungen und Gesprächen am Kamin fortgesetzt. Bereits am 20. Januar ab 17 Uhr findet die erste Veranstaltung in diesem Jahr statt. Das Thema „Wärmewende“ ist besonders relevant für Einwohner aus Hoyerswerda: In der Diskussionsrunde werden die Konzepte der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) zum Übergang von der durch Kohleverstromung erzeugten Fernwärme zu alternativen Technologien und Strategien vorgestellt.
Ausstellung der Offenen Kunst in der Energiefabrik Knappenrode wird geplant
Weitere „Ofen.Geschichten“ sind beispielsweise mit dem Ofensetzer aus Lohsa, Frank Altmann (21. Februar), sowie mit der Gesellschaft für Heimatkunde Hoyerswerda geplant, die über Brände in der Region berichten wird (21. März). Mit dieser sympathischen Gesprächsreihe macht die Energiefabrik erste Schritte auf dem Weg zu einer neuen Ofenausstellung. Ab 2028 möchte das Museum nämlich erneut eine kleine Auswahl aus seiner umfangreichen Sammlung historischer Feuerstellen und Öfen der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Mit zwei neuen Sonderausstellungen möchte die Energiefabrik 2026 besondere Aspekte der regionalen Industriegeschichte hervorheben. Bereits am 29. März wird die Ausstellung „Industriegeschichten. Reportagen aus Museen, die keine waren“ eröffnet. In Fotos von David Brandt und Texten von Cornelia Munzinger-Brandt berichtet diese Ausstellung über Menschen, die die Veränderung der sächsischen Industrie nach der deutschen Einheit selbst erlebten und mitgestalteten. Das ist auch das Schicksal vieler Lausitzer Bergleute, die zu dieser Ausstellung herzlich willkommen sind.
Ausstellung über den jüdischen Kohleunternehmer Ignaz Petschek
Im Museum Knappenrode wird zudem an einer weiteren Sonderausstellung gearbeitet, die ab November 2026 zu sehen sein wird. Diese widmet sich dem jüdischen Unternehmer Ignaz Petschek (1857–1934), der aus Nordböhmen stammend als Kohlebaron ein großes Imperium aufbaute, das auch in der Lausitz tätig war. Um die Ausstellung vorzubereiten, wird das Industriemuseum in Knappenrode mit Partnern aus Tschechien, internationalen Forschungseinrichtungen und dem Stadtmuseum in Usti nad Labem kooperieren.
