Outline:
Zunächst wurde ein Außenflug abgesagt, kurz darauf traf eine historische Entscheidung: Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat erstmals eine vierköpfige Besatzung der Internationalen Raumstation ISS aus medizinischen Gründen vorzeitig zur Erde zurückgerufen. Ein Mitglied der Crew war krank geworden. Dieses Ereignis unterstreicht, wie belastend das Leben im All für den menschlichen Körper sein kann und warum Astronauten darauf vorbereitet werden, im Notfall selbst medizinisch zu handeln.
Warum der Weltraum krank machen kann
Ein Aufenthalt in etwa 400 Kilometern Höhe stellt für den menschlichen Körper eine extreme Situation dar. Die Schwerelosigkeit und kosmische Strahlung wirken gleichzeitig auf fast alle Organsysteme. Muskeln und Knochen verlieren an Dichte, da sie kaum noch belastet werden. Das Herz muss weniger gegen die Schwerkraft arbeiten und wird im Laufe der Zeit leistungsschwächer. Blut und andere Körpersubstanzen rücken Richtung Kopf – was Auswirkungen auf Gehirn und Augen hat, wieStudien zeigen.
Auch interessant

Viele Raumfahrerinnen und Raumfahrer machen zu Beginn ihres Aufenthalts die sogenannteWeltraumkrankheitSie ähnelt einer starken Seekrankheit: Schwindel, Übelkeit und Erbrechen treten auf, da das Gleichgewichtsorgan im Innenohr nicht mehr mit den visuellen Eindrücken übereinstimmt. Die Orientierung wird schwierig, es gibt kein „oben“ oder „unten“ mehr.
Außerdem besteht eine Strahlenbelastung. Außerhalb der schützenden Erdatmosphäre trifft hochenergetische kosmische Strahlung praktisch ungeschwächt auf den menschlichen Körper. Sie belastet die Zellen, schädigt die Erbsubstanz und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs. Studien zeigen zudem Veränderungen im Immunsystem: Entzündungswerte steigen, inaktive Viren können wieder aktiviert werden, Medikamente wirken teilweise anders als auf der Erde.
Auch interessant

Wie tiefgreifend diese Auswirkungen sein können, zeigt ein häufig diskutiertesLangzeitexperimentgemeinsam mit dem US-Astronauten Scott Kelly. Er verbrachte beinahe ein Jahr an Bord der ISS, während sein gleichgezogenes Zwillingssystem auf der Erde blieb. Nach seiner Rückkehr berichtete Kelly über Schmerzen, Schwellungen und starke Müdigkeit. Obwohl viele körperliche und genetische Veränderungen sich wieder zurückbildeten, blieben nicht alle.
Außerdem gehören psychische Belastungen dazu: Enge, Isolation, ein enges Arbeitsprogramm und ständige Verantwortung prägen das tägliche Leben im All. Auch dies kann gesundheitliche Probleme verursachen.
Was Astronauten im Notfall lernen Was Astronauten für den Fall der Fälle erlernen Was Astronauten im Krisenfall erfahren Was Astronauten für den echten Notfall lernen Was Astronauten im Ernstfall erlernen Was Astronauten für den tatsächlichen Notfall lernen Was Astronauten im akuten Notfall lernen Was Astronauten für den echten Notfall wissen Was Astronauten im Ernstfall benötigen Was Astronauten für den realen Notfall lernen
Es ist kein Bordarzt auf der Internationalen Raumstation vorhanden. Stattdessen übernehmen die Astronautinnen und Astronauten selbst medizinische Aufgaben, wobei sie von Ärzteteams auf der Erde unterstützt werden. Vor dem Start erhalten die Raumfahrer eine umfassende medizinische Ausbildung, die weit über das Niveau eines Erste-Hilfe-Kurses hinausgeht.
Sie erlernen, Blut zu entnehmen, Infusionen zu setzen, Wunden zu nähen oder Verbrennungen zu behandeln. Zudem üben Sie Reanimationsmaßnahmen, Ultraschalluntersuchungen und grundlegende Augenuntersuchungen. Auch Zahnbehandlungen sind Teil des Trainings, einschließlich des Ziehens eines Zahns, falls keine andere Möglichkeit besteht. Das Ziel ist es, im Notfall wie ein gut ausgebildeter Rettungssanitäter handeln zu können.
Auch interessant

An Bord der ISS ist zudem eine umfassende „Arztpraxis im All“ vorhanden: ein Defibrillator, EKG- und Ultraschallgeräte, Blutdruckmessgeräte sowie mehrere Medikamentenkoffer – von Schmerzmitteln bis hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten. Durch verschlüsselte Verbindungen organisieren die Besatzungen regelmäßige medizinische Sprechstunden mit Ärzten im Weltraum auf der Erde, bei Bedarf auch per Video.
NASA holt das Crew-Mitglied aufgrund medizinischer Gründe früher ab.
Trotzdem haben diese Optionen Grenzen. Wenn Beschwerden unklar bleiben oder sich verschlimmern, bleibt nur der Rückflug zur Erde. Genau dieser Moment scheint nun bei der Crew-11 erreicht zu haben. Die NASA gibt keine Details bekannt, weder über die Person noch über die Diagnose. Sicher ist nur: Es handelt sich offiziell nicht um einen akuten Notfall, der Zustand sei stabil. Dennoch hat dieser Schritt Gewicht. Bei 25 Jahren kontinuierlichen Betriebs der ISS ist es das erste Mal, dass eine gesamte Besatzung aus medizinischen Gründen vorzeitig abgezogen wird.
- Raketenstarts und Raumsonden: Die deutsche Nachholjagd im Raumfahrtbereich – warum das Jahr 2025 von besonderer Bedeutung ist
- Raketen sollen aus der Nordsee abheben:Hier wird das, was in Deutschland unvorstellbar schien, Realität.
- Raumfahrt:Warum gerade ein Deutscher zum Mond reisen soll
- Verrückt oder genial? Dieses Unternehmen möchte Fabriken im All in die Höhe heben.
- NASA und ESA verfolgen Asteroiden:Ab wann ein Brocken gefährlich wird
- Projekt Luna:Köln verfügt nun über seinen eigenen Mond – ein großes Projekt begeistert
Betroffen ist die sogenannte Crew-11, bestehend aus den US-Astronauten Zena Cardman und Mike Fincke, dem japanischen Raumfahrer Kimiya Yui sowie dem russischen Kosmonauten Oleg Platonow. Ursprünglich war ihre Rückkehr erst einige Wochen später geplant. Jetzt erfolgt sie deutlich früher. Die Begründung der NASA: Auf der Erde sei die vollständige medizinische Diagnostik verfügbar – im Orbit nur eingeschränkt.
