Outline:
Ende mit Wegwerfgeräten: Hersteller von Waschmaschinen und Handys müssen Reparaturen anbieten und Ersatzteile über Jahre nach Beendigung der Produktion bereithalten. Dies regelt das neue Gesetz zur Reparatur.
Für Handys, Waschmaschinen und verschiedene andere Geräte wird ab diesem Sommer einRecht auf Reparatur gelten – auch über die Gewährleistungsfrist hinausEine entsprechend geplante gesetzliche Regelung gibt den Herstellern konkrete Vorgaben. Sie soll sich positiv auf die Umwelt und das Budget der Verbraucher auswirken.
Das für den Verbraucherschutz zuständige Bundesjustizministerium geht davon aus, dass die 2024 verabschiedete EU-Richtlinie in Deutschland termingerecht zum 31. Juli In Kraft treten wird. Wie das Ministerium mitteilt, wurde ein Entwurf zur Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht nun an Länder und Verbände gesendet. Bis zum 13. Februar können diese Vorschläge und mögliche Bedenken einreichen. Später wird sich auch der Bundestag damit beschäftigen.
Was versteht man unter dem Recht auf Reparatur?
Während der normalen Lebensdauer eines Produkts ist der Hersteller verpflichtet, es zu reparieren. Wenn die Garantiezeit abgelaufen ist, kann er dafür ein „angemessenes EntgeltBegehr. Was hier als angemessen betrachtet wird, ist im Entwurf jedoch nicht detailliert beschrieben. Wird die Reparatur kostenpflichtig durchgeführt, müssen Verbraucher zudem die reparierte Ware abholen.
Hersteller müssen die Reparaturleistung nicht zwangsläufig selbst durchführen. Sie können ihre Pflicht auch erfüllen, indem sie damit andere beauftragenbeispielsweise dann, wenn sie nicht über die erforderliche Infrastruktur verfügen oder ein passender Betrieb in der Nähe der entsprechenden Verbraucherinnen und Verbraucher angesiedelt ist.
Seltene Erden: das Edelmetall der Technologiefirmen
Reparaturrecht: Das Gerät muss vollständig auseinander genommen werden können
Einige Geräte werden derzeit nicht repariert, sondern durch ein neues Gerät ersetzt, da Komponenten so eingebaut sind, dass eineReparatur schlicht unmöglichist. Dies soll künftig in Bezug auf die in der Richtlinie genannten Geräte – vom Server bis zum Staubsauger – ebensoverbotenso wie eingebaute Fehler, die dafür sorgen, dass das Produkt nach einer gewissen Zeit nicht mehr funktioniert.
Neue Verpflichtung für Hersteller: Ersatzteile über einen längeren Zeitraum erhältlich
Damit eine Reparatur auch nach vielen Jahren noch möglich ist, müssen die Hersteller verpflichtet werden,Ersatzteile für bestimmte Modelle entsprechend der erwarteten Lebensdauer bereitzuhalten.
Für Smartphones bedeutet dies im Grunde, dass die Komponenten, aus denen das Mobiltelefon besteht, mindestens sieben Jahre nach Beendigung der Produktion des jeweiligen Modells weiterhin erhältlich sein müssen. Für Hersteller von Waschmaschinen und Trocknern gilt diese Pflicht für eine Dauer vonzehn Jahre nach Beendigung der Produktion.
Repariere es, May: Kleidung flicken anstatt wegzuwerfen
Utopia meint: Aus ökologischer Perspektive ist die Reparatur sinnvoll: Da ein neues Gerät erneut hergestellt werden muss, benötigt dies Ressourcen und Energie. Falls du aus anderen Gründen nicht mehr mit deinem alten Gerät zufrieden bist, hast du die Möglichkeit, deinaltes Handy zu spenden.Organisationen können dann wertvolle Rohstoffe gewinnen und diese verwenden, um neue Geräte herzustellen.
Auch bei deinem neuen Gerät ist es möglich, auf Nachhaltigkeit zu achten: Kaufe beispielsweise dein Smartphonegebraucht oder refurbished. Oder entscheide dich für Marken, die sich für höhere Transparenz in ihren Lieferketten einsetzen, beispielsweiseFairphone oder Shiftphone.
Umweltfreundliches Smartphone: Diese Modelle sind empfehlenswert – und was du beachten solltest
