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Ein Hund soll in Lohne seinen eigenen Besitzer gebissen haben. Nun wird das Tier aus dem Landkreis Vechta einem Wesenstest unterzogen. Anhand dieses Tests soll entschieden werden, wie es mit dem Hund – einem American Bully XL – weitergehen wird. Doch was wird bei einem solchen Wesenstest genau geprüft?
Wann erfolgt die Prüfung bei Hunden?
Oft geschieht es, wie das Landwirtschaftsministerium angibt, wenn ein Hund als gefährlich eingestuft wird. Diese Bewertung erfolgt durch den zuständigen Landkreis oder die zuständige Stadt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Hunde Menschen oder andere Tiere beißen und verletzen. Mit dem Test soll anschließend die soziale Verträglichkeit des Tieres geklärt werden. Die Untersuchung wird von einem zugelassenen Tierarzt mit zusätzlicher Ausbildung durchgeführt.
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern werden in Niedersachsen bestimmte Hunderassen nicht automatisch als gefährlich betrachtet. Laut dem Ministerium gibt es dafür keine wissenschaftliche Begründung. Häufig sei das Problem bei Beißvorfällen auf die Art des Umgangs oder der Erziehung durch die Besitzer zurückzuführen. Daher sollen künftig alle Personen, die einen Hund halten möchten, nachweisen, dass sie sich mit ihrem Tier auskennen.
Wie erfolgt ein Charaktertest?
Bei dem meist etwa eine Stunde dauernden Test spricht man zunächst mit dem Hundehalter oder der Hundehalterin, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitteilte. Themen könnten beispielsweise ein vorangegangener Angriff des Tieres oder die Haltungsvoraussetzungen sein. Danach wird das allgemeine Verhalten des Hundes beobachtet und insbesondere die Beziehung zum Besitzer betrachtet. Anschließend werden Alltagsszenarien wie das Zusammentreffen mit anderen Hunden oder fremden Personen nachgeahmt.
Das Ergebnis der Prüfung wird letztendlich in einer Gutachten festgehalten. Wichtig ist, ob der Hund Anzeichen für ein «gestörtes aggressives» beziehungsweise «unangemessenes aggressives» Verhalten zeigt.
Was passiert nach einem bestandenen Test?
Dann darf der Eigentümer sein Tier behalten. Laut dem Ministerium können die Besitzer jedoch Auflagen erhalten. Zum Beispiel eine Pflicht zum Tragen eines Maulkorbs oder die Verpflichtung, den Hund stets an der Leine zu führen.
Und was passiert nun mit dem Hund aus Lohne?
Der Hund befindet sich in einem Tierheim, wo er gemäß Angaben des Landkreises nun in einem gesicherten Außenbereich untergebracht ist. Zunächst wird er von einem Tierarzt untersucht und anschließend den Wesenstest durchlaufen. Da im Landkreis Vechta keine geeigneten Tierärzte für diesen Test vorhanden sind, muss dies an einem anderen Ort in Niedersachsen erfolgen. Die Polizei führt zudem weiterhin Ermittlungen zu den Umständen des Todesfalls durch.
Abhängig vom Ergebnis des Wesentests entscheidet sich, wie mit dem American Bully XL weiter verfahren wird. Bei einem positiven Ergebnis könnte der Hund an neue Besitzer vermittelt werden. Diese benötigen jedoch eine Genehmigung für die Haltung eines gefährlichen Hundes.
Bei einem negativen Testergebnis wird geprüft, inwiefern das Tier behandelt werden kann. Für eine Behandlung wären anschließend auch potenzielle neue Besitzer verantwortlich.
Ein Euthanasie des Hundes könnte in Betracht gezogen werden – allerdings nur, wenn ein spezialisierter Tierarzt feststellt, dass keine weitere Behandlung Erfolg verspricht. Zudem müsse der Hund weiterhin eine Bedrohung für Menschen darstellen. Als Alternative könnte das Tier auch eingeschläfert werden, falls nachgewiesen wird, dass ein Tumor das aggressive Verhalten ausgelöst hat.
