Artemis-2: Rückkehr der Menschheit zum Mond

Nach über fünf Jahrzehnten kehrt die Menschheit erneut zum Mond zurück. Dies ermöglichen soll die Artemis-2-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Doch wann und an welchem Ort wird sie starten? Wer wird daran teilnehmen? Und warum ist diese Mission von Bedeutung?

Welches Ziel verfolgt die Artemis-2-Mission?

Es handelt sich im Grunde um ein Testflug, der zweiter in der Reihe des Artemis-Mondprogramms der Nasa. Der erste Testflug mit dem Orion-Raumschiff fand vom 16. November bis zum 11. Dezember 2022 statt, ohne Besatzung. Diesmal sollen vier Astronauten an Bord sein, die während des Umrundens des Mondes alle wichtigen Systeme des Raumschiffs prüfen und überwachen. Es wird der erste bemannte Flug zum Mond seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 sein.

Es sind zahlreiche Flugmanöver für die Artemis-2-Mission geplant. Dabei sollen die Astronautinnen und Astronauten die Orion-Kapsel im Erdorbit manuell steuern, um das Handling und die Ausrichtung des Raumschiffs für spätere Mondlandungen zu üben. Als zusätzliche Aufgabe werden sie zudem Daten und Fotos aus dem All an die Erde übermitteln.

Wird die Mission Artemis 2 auf dem Mond landen?

Nein, eine Mondlandung ist nicht geplant. Sie soll erst im dritten Teil, der Artemis-3-Mission, erfolgen – die Nasa plant diesen Startzeitpunkt spätestens für 2027. Da bei Artemis 2 jedoch längere Verzögerungen aufgetreten sind, ist unklar, ob die US-Raumfahrtbehörde ihren Termin einhalten kann.

Wer letztendlich zur Crew gehört, ist noch nicht bekannt. Die Crew wird in jedem Fall aus vier Astronautinnen und Astronauten bestehen, von denen zwei den Mond besuchen werden. Bei der Artemis-4-Mission könnten zukünftig auch Europäerinnen und Europäer Teil der Mannschaft sein. Dies liegt daran, dass die europäische Raumfahrtorganisation Esa ein wichtiger Partner der Nasa im Artemis-Programm ist. Der Generalsekretär der Esa, Josef Aschbacher, hat bei der Ministerratskonferenz in Bremen Ende des vergangenen Jahres erklärt, dass die ersten Europäer, die an einer Mondmission teilnehmen werden, Astronauten mit deutscher, französischer und italienischer Staatsangehörigkeit sein werden.

Wann beginnt die Mission Artemis 2 – und wie lange wird sie dauern?

Der genaue Beginn der Artemis-2-Mission ist bislang noch nicht festgelegt. Der frühestmögliche Termin wird aktuell auf den 6. Februar gesetzt. Ob ein Start stattfindet, hängt nicht nur davon ab, ob die SLS-Rakete, die das Orion-Raumschiff in den Weltraum bringen wird, zu diesem Zeitpunkt bereit ist. Auch die Position des Mondes relativ zur Erde spielt eine entscheidende Rolle. Aufgrund dieser Faktoren ergeben sich folgende mögliche Starttermine:

  • 7., 8., 10. und 11. Februar
  • 6., 7., 8., 9. und 11. März
  • 1., 3., 4., 5., 6. und 30. April

Die Mission wird etwa zehn Tage dauern.

Wer gehört zur Besatzung?

Die Crew der Artemis-2-Mission besteht aus den drei US-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie dem kanadischen Astronauten Jeremy Hansen.

Warum ist der Mond erneut in den Mittelpunkt der Raumfahrt gerückt?

Nachdem das Apollo-Programm in den 1970er-Jahren aufgrund von Kostenproblemen und mangelndem öffentlichen Interesse eingestellt wurde, hat niemand mehr den Mond besucht. Dass der Erdtrabant nun erneut im Mittelpunkt steht, hat verschiedene Gründe. Erstens enthält er Rohstoffe wie Silizium, Aluminium und Eisen, die möglicherweise profitabel sein könnten. Zweitens soll der Mond zu einem dauerhaften Basislager für die Menschheit werden, um von dort aus den Mars zu erreichen. Außerdem wird die wissenschaftliche Forschung vorangetrieben. So könnte der Mond dabei helfen, mehr über die Entstehung der Erde zu erfahren.

Befindet sich auch in anderen Ländern die Planung, Astronauten zum Mond zu senden?

Nicht nur die USA und ihre Verbündeten verfolgen ambitionierte Pläne für eine Rückkehr zum Mond. Auch China hat dies im Blick. Das chinesische Mondprogramm plant, bis 2030 auf dem Erdtrabanten zu landen. Zudem ist die Errichtung einer Forschungsstation am Südpol des Mondes vorgesehen, um Wassereis zu gewinnen.

China ist der größte Wettbewerber der Vereinigten Staaten. Zwischen beiden Ländern tobt ein echter Wettstreit um die Rückkehr zum Mond. „Wir befinden uns in einem harten Konkurrenzkampf mit einem Gegner, der den Willen und die Ressourcen besitzt, die amerikanische Überlegenheit in verschiedenen Bereichen, auch im Weltraum, in Frage zu stellen“, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman Ende vergangenen Jahres in einer Rede vor dem US-Senat. „Jetzt ist nicht die Zeit für Zögern, sondern für Handlung. Denn wenn wir zurückbleiben oder einen Fehler begehen, könnten wir den Abstand nie mehr aufholen, und die Folgen könnten das Machtgleichgewicht auf der Erde verändern.“

Auch Indien möchte einen Fuß auf dem Mond setzen. Der Wunsch ist groß, nachdem es dem Land im Jahr 2023 gelang, eine unbemannte Sonde dort abzusetzen. Bis Astronautinnen und Astronauten der Einladung folgen können, wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Das Ziel der indischen Raumfahrtbehörde ist es, bis etwa 2040 Menschen zum Mond zu senden.

Was passiert jetzt mit dem Artemis-Programm?

Es ist noch nicht klar, wie es nach dem dritten Teil weitergehen wird. US-Präsident Donald Trump und Isaacman haben immer wieder betont, dass das Programm in dieser Form zu kostspielig sei. In den letzten Monaten gab es Gerüchte, dass Isaacman unter anderem die SLS-Rakete und auch das Lunar Gateway – die für den Mondorbit geplante Raumstation – streichen möchte. Er selbst hatte dies zuletzt bestritten.

Was der Chef der NASA mehrfach klarstellte, ist, dass er die Zusammenarbeit mit kommerziellen Raumfahrtunternehmen wie SpaceX und Blue Origin stärken möchte. Diese Unternehmen sollen langfristig dazu beitragen, eine günstigere Infrastruktur für das Programm zu schaffen. Zudem plant Isaacman, in neue Technologien zu investieren, darunter beispielsweise nukleare Antriebssysteme für Raketen. Auch auf dem Mond selbst wird die Technologie eingesetzt werden: Ein im Jahr 2030 geplanter Kernreaktor soll künftig Stationen auf dem Erdtrabanten mit Energie versorgen.