Auch bei hoffungslosen Fällen – neue Technik für Gallenweg-Eingriffe

Durch die Einführung der Cholangioskopie setzt das St.-Josef-Krankenhaus auf moderne Diagnosemethoden. Was dieses Verfahren auszeichnet – zwei Patienten berichten. In der Klinik für Gastroenterologie und Viszeralmedizin am Moerser St.-Josef-Krankenhaus wird – unter der Leitung von Chefarzt Cetin Sen – seit Anfang des Jahres eine moderne Untersuchungstechnik eingesetzt: die Cholangioskopie. Laut Angaben des Krankenhauses erweitert die […]

Durch die Einführung der Cholangioskopie setzt das St.-Josef-Krankenhaus auf moderne Diagnosemethoden. Was dieses Verfahren auszeichnet – zwei Patienten berichten.

In der Klinik für Gastroenterologie und Viszeralmedizin am Moerser St.-Josef-Krankenhaus wird – unter der Leitung von Chefarzt Cetin Sen – seit Anfang des Jahres eine moderne Untersuchungstechnik eingesetzt: die Cholangioskopie. Laut Angaben des Krankenhauses erweitert die Klinik damit ihr diagnostisches und therapeutisches Angebot um ein Verfahren, das deutlich genauere Einblicke in die Gallengänge ermöglicht als traditionelle Methoden.

Was ist „kann“ die neue Technik?

„Diese Methode ermöglicht es uns, die Gallengänge direkt zu beobachten und unter Sicht gezielt zu behandeln“, erläutert Sen. „Im Vergleich zur traditionellen ERCP – der endoskopisch-retrograden Cholangiopankreatikographie – können wir mit dem Cholangioskop nicht nur Strukturen deutlicher beurteilen, sondern auch präzise Gewebeproben entnehmen.“ Dies sei ein wichtiger Fortschritt bei unklaren Ergebnissen oder komplexen Verläufen, so der Chefarzt.

Wann ist die Prüfung sinnvoll?

Die Methode wird gemäß dem St.-Josef-Krankenhaus bei Patienten eingesetzt, die unter wiederkehrenden Schmerzen im rechten Oberbauch, einer Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht), erhöhten Leber- oder Gallenwerten oder unklaren Veränderungen in der Bildgebung leiden. In einem detaillierten Beratungsgespräch werde individuell geprüft, ob die Cholangioskopie das geeignete Verfahren ist, so heißt es.

Beispielfall Nummer eins

Dass die neue Methode bereits etabliert ist, zeigten zwei Beispiele aus der Klinik. Eine 69-jährige Patientin wurde zur geplanten Entfernung zweier verschobener Metallstents aus den Gallengängen stationär aufgenommen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen mit der traditionellen ERCP in anderen Kliniken sei es im St. Josef gelungen, die Stents mithilfe der neuen Technik sicher zu entfernen, berichtet das Krankenhaus.

„Ich war sehr erleichtert, als ich hörte, dass der Eingriff nicht mit einer großen Operation verbunden ist“, sagte die Patientin. „Nach den gescheiterten Versuchen hatte ich kaum noch Hoffnung – aber diesmal hat es tatsächlich funktioniert.“

Beispielfall Nummer zwei

Ein 76-jähriger Patient mit einem Klatskin-Tumor, einer Erkrankung im Bereich der Gallenwege, habe ebenfalls von der Cholangioskopie profitiert, berichtet man weiter. Bei ihm sei ein Metallstent erfolgreich wieder platziert worden, nachdem vorherige Eingriffe außerhalb des St. Josef gescheitert seien.

„Ich glaubte kaum noch daran, dass sich etwas verändern würde“, erzählt der Patient in der Mitteilung des Krankenhauses. „Doch nach der Operation ging es mir deutlich besser, und ich konnte mit meiner Frau sogar wieder in den Urlaub fahren und eine Kreuzfahrt mit der Aida zu den Kanaren, nach Madeira und Marokko unternehmen.“

„Die Engstelle war sehr komplex und tief angesiedelt – eine klassische Drainage war daher nicht durchführbar“, erläutert Sen. „Unsere Vorgehensweise bestand aus einer gezielten Kombination dreier moderner Techniken: einer Cholangioskopie, bei der die Gallengänge direkt sichtbar gemacht werden und eine hochauflösende Darstellung der Engstelle ermöglicht, einer Bougierung (ein medizinisches Verfahren zur Erweiterung von Engstellen, Anm. d.Red.), um den verengten Gallengang vorsichtig zu öffnen, sowie einer Radiofrequenzablation, mit der das Tumorgewebe präzise behandelt wurde, um die Platzierung und Funktion des Stents zu optimieren. Der Eingriff erfolgte minimalinvasiv, also ohne Operation – der Patient konnte sich schnell erholen.“

(juha aka )

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