Kultur, Gastronomie und Sport im Fokus: Diese Apps entdecken Berlin neu

Berlin ist groß, chaotisch und stets lebendig. So viel los, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Viele Stadtbewohner – ich zähle mich dazu – haben deshalb aufgehört, ihre Viertel zu verlassen und Neues zu entdecken. Dieses Phänomen nennt man Entscheidungsparalyse, wenn man vor lauter Möglichkeiten lieber gar nichts tut. Mir geht es leider oft […]

Berlin ist groß, chaotisch und stets lebendig. So viel los, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Viele Stadtbewohner – ich zähle mich dazu – haben deshalb aufgehört, ihre Viertel zu verlassen und Neues zu entdecken. Dieses Phänomen nennt man Entscheidungsparalyse, wenn man vor lauter Möglichkeiten lieber gar nichts tut. Mir geht es leider oft genug so. Doch ich habe mir vorgenommen: Der Beginn des Jahres soll für mich der Moment sein, dies zu ändern. Auf die Couch und raus ins Vergnügen, Berlin hat noch so viel zu bieten! Die folgenden Apps helfen mir und vielleicht auch Ihnen dabei, sich wieder in das Geschehen zu stürzen: Theater, Kino, Restaurants, Wellness warten auf Neugierige – oft mit Rabatten. Das schwedische Start-up Abundo verfolgt eine einfache Idee: Kultur sollte für alle zugänglich sein. Mit einem monatlichen Abo erhalten Mitglieder beinahe unbegrenzten Zugang zu Konzerten, Theateraufführungen, Opern, Stand-up-Comedy, Tanzveranstaltungen, Kunstausstellungen und Kinovorstellungen. Seit 2022 ist Abundo in Berlin verfügbar und zählt mittlerweile über 3000 Mitglieder. Zu den Partnerlocations gehören die Uber Arena, das Deutsche Theater und das Tempodrom. In der Vergangenheit konnten Abonnenten Konzerte von Nick Cave oder Pink besuchen oder den Sommer im Freiluftkino verbringen. Täglich werden neue Events hinzugefügt. Ich selbst habe es im vergangenen Jahr ausprobiert und war relativ oft im Kino. Tickets für Konzerte sind schnell ausverkauft, aber kleinere und ungewöhnlichere Locations lassen sich bis kurz vor dem Event buchen, zum Beispiel eine geführte Tour durch die architektonischen Highlights des Hansaviertels.Abundo. 29 Euro (pro Person) oder 55 Euro (für zwei Personen) monatlichwww.abundo.comDas Start-up NeoTaste aus Berlin wurde 2019 von Hendrik Sander und Tobias Düser gegründet und hat sich zu einer der führenden Anwendungen für die Entdeckung der lokalen Restaurant- und Café-Szene entwickelt. In Berlin gibt es derzeit etwa 1400 Angebote bei Restaurants, Bars und Imbissen. Bislang sind deutschlandweit 39 Städte beteiligt. Ich habe die App ein Jahr lang genutzt und beispielsweise in der Wiener Conditorei am Hohenzollerndamm, einem wunderschön erhalten gebliebenen „Caffeehaus“, eingesetzt. Dort habe ich einen Deal genutzt, bei dem man zwei Frühstücke seiner Wahl bestellt und das günstigere oder gleichwertige der beiden nicht berechnet wird. Die Ersparnis lag dabei bei etwa 20 Euro, und ich habe ein neues Lokal ausprobiert, das ich schon länger testen wollte. Einige Angebote sind schnell vergriffen, beispielsweise bei beliebten Mittagessen-Restaurants. Wer etwas Planungssicherheit hat, findet jedoch immer etwas bei NeoTaste für den nächsten Tag.NeoTaste6,99 Euro im Monat. Bei Abschluss eines Jahresvertrags oder einer Mitgliedschaft über zwei Jahre ist es günstiger.www.neotaste.comWer häufig ins Kino geht, kennt das Problem: Einzelkarten können schnell teuer werden. Die Yorck-Kinogruppe bietet hierfür eine praktische Alternative. Mit dem „Yorck Unlimited“-Abo haben Sie Zugang zu allen aktuellen Filmen ohne Limit. Die Buchung erfolgt über die dazugehörige App. Das Kinoabo lohnt sich beispielsweise ab dem zweiten oder dritten Film im Monat. Als ich dieses Abonnement hatte, ging ich häufiger in Filme, die ich sonst vielleicht nicht gesehen hätte – wie Dokumentationen oder weniger bekannte Kunstkino-Filme. Ein guter Anstoß, aus der gewohnten Zone herauszugehen.Yorck Unlimited19 Euro pro Monat. Unbegrenzte Kino-Besuche, Rabatte bei besonderen Veranstaltungen, Begleittickets und Snacks.www.yorck.deViele Frauen haben Angst vor dem Heimweg und bleiben daher lieber zu Hause. Die Sorge vor unangenehmen Situationen im öffentlichen Nahverkehr, insbesondere bei Dunkelheit und später Uhrzeit, ist leider berechtigt. „Frage deine Schwester, Tante, Kollegin, Frau, Nachbarin oder Tochter nach ihren Erfahrungen – du wirst sicherlich mehr als eine negative Geschichte hören“, schreibt die Fahrapp Femride auf ihrer Website. Aykut Atli gründete diese App, nachdem seine Verlobte von einer negativen Begegnung in einem Fahrservice erzählt hatte. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass viele Frauen diese schlechten Erfahrungen mit Fahrdiensten teilen. Dennoch ist es möglich, rauszugehen, denn der neue Berliner Fahrdienst Femride bietet einen Chauffeurinnenservice speziell für Frauen. Nutzer müssen sich bei der Anmeldung mit Personalausweis als weiblich identifizieren. Die App verfügt über einen Notfall-Button und Live-Tracking. Damit das Konzept langfristig funktioniert, sucht das Unternehmen derzeit noch weitere Fahrerinnen.Femride.Keine Abonnementgebühr. Die App erhält einen Prozentsatz der Buchung.www.femride.deEgal, ob Massage, Haarschnitt oder Gesichtsbehandlung – bei Treatwell lässt sich schnell ein Salon in der Nähe finden, der das Angebot hat – sogar spontan. Die Reservierung erfolgt direkt über die App, die Bezahlung kann entweder in der App oder vor Ort abgeschlossen werden. Häufig gibt es Zusatzrabatte, wenn man spontan bucht oder beispielsweise an Werktagen morgens einen Termin vereinbart. Die App begleitet mich schon seit längerer Zeit. Dank ihr habe ich bereits einige Nackenentspannungen, Augenbrauenfärbungen oder Pediküren genießen können. Auch in Portugal und Italien habe ich die Dienste von Treatwell bereits genutzt – so lässt sich bereits vorab klären, was gewünscht wird, und die Sprachbarriere ist geringer. Zugegeben, nicht immer war ich mit jedem Salon zufrieden, doch oft lag es daran, dass ich an der falschen Stelle gespart habe. Wer auf die Bewertungen anderer Nutzer vertraut, macht es richtig.Treatwell. Kein Abonnement. Die App erhält einen Prozentsatz der Buchung.www.treatwell.deEin Abo des Urban Sports Club ist für Sportbegeisterte in Berlin besonders sinnvoll, da die Stadt eine sehr hohe Anzahl an Partnerstudios hat – von Fitnessketten über Yoga- und Pilates-Studios bis hin zu Klettern, Schwimmen oder Kampfsport. Statt sich langfristig an ein einzelnes Studio zu binden, bleibt man flexibel und kann je nach Bezirk, Tagesform oder Jahreszeit verschiedene Angebote nutzen. Mit dem Abo können Mitglieder täglich oder mehrmals pro Monat per Check-in an Kursen, Trainings oder freien Einheiten teilnehmen – je nach gewähltem Tarif. Am Montag zum Bachata, Dienstag Massage, Mittwoch im Gym trainieren und den Rest der Woche in der Sauna – alles möglich. Ich selbst habe mit dem Urban Sports Club viele neue Sportstudios und tolle Aktivitäten entdeckt: Eisbaden, Floating oder Fitboxing gehörten dazu. Auch die monatliche Massage ist eine meiner Lieblinge. Manchmal störe ich mich allerdings daran, dass die Angebote wechseln, liebgewonnene Studios schließen, nicht mehr dabei sind oder die Preise steigen. Trotzdem bin ich ein großer Fan dieses Konzepts, das Abwechslung im Sportprogramm garantiert.Urban Sports Club.Verschiedene Abonnements mit Preisen zwischen 24 und 165 Euro monatlich.www.urbansportsclub.comDie HiddenTable-App macht gehobene Gastronomie zugänglich – und überraschend spontan. Die 2024 von Malte Herbst und Laura Hutter gegründete Anwendung ermöglicht Zugang zu exklusiven Gerichten in Sternerestaurants und renommierten Lokalen, die kurzfristig gebucht werden können und bis zu 20 Prozent günstiger sind. Das Konzept: Partnerrestaurants – aktuell beispielsweise das Bonvivant, Frühstück 3000 oder die Brasserie Colette – bieten Probemenus für den heutigen, morgen oder übermorgen stattfindenden Tag an. Nutzer buchen und zahlen im Voraus, während die Gastronomen von mehr Planungssicherheit und besserer Auslastung profitieren. Es lohnt sich, die App zu nutzen, wenn man kurzfristig Inspiration für ein besonderes Essen sucht.HiddenTable. Kein Abonnement, keine zusätzlichen Kosten für die Nutzer. Die App erhält einen Prozentsatz der Buchung.www.hiddentable.deHaben Sie Anmerkungen? Schreiben Sie uns! briefe@berliner-zeitung.de