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Düsseldorf: Hitze, Störche und lebendige Biber – im Tierleben der Urdenbacher Kämpe war zuletzt viel los. Doch wie ist es im Winter? Wir haben uns informiert.
Die Begeisterung war groß, als Besucher der Urdenbacher Kämpe im Frühling vier junge Störche in einem Nest in der Nähe des Dammwegs entdeckten. Nach über 100 Jahren brachte somit erstmals wieder ein Storchenpaar erfolgreich Junge in Düsseldorf zur Welt. Zuvor hatte sich zudem der Biber erneut in dem größten Naturschutzgebiet der Landeshauptstadt angesiedelt. Doch was tun die Tiere während der Wintermonate?
Erstmals seit 1830 gibt es wieder Biber im Stadtgebiet.
Aus der Sicht des Wildtierökonomen Julian Oymanns gibt es derzeit viele Dinge zu entdecken. Zu diesen zählen beispielsweise Futterspuren der Biber, wie der Geschäftsführer der Biologischen Station Haus Bürgel erläutert. „Da die Vegetation unten und alles kahler ist, sind die abgefressenen Rinden an jungen Weiden besonders auffällig“, erklärt er. Auch anhand sogenannter Biberrutschen – also Zugänge, über die sich die Tiere ins Wasser gleiten lassen – lässt sich erkennen, dass sich die Nager in der Urdenbacher Kämpe aufhalten.
Obwohl die Biber im Winter weniger aktiv sind, ziehen sie sich bei sehr kaltem Wetter in ihre Höhlen zurück, erklärt Umweltwissenschaftler Moritz Schulze von der Biologischen Station. Dennoch suchen die nacht- und dämmerungsaktiven Tiere auch jetzt noch nach Nahrung. Zudem sind die Biber nicht nur im südlichen Teil der Stadt sehr aktiv. Sie leben ebenfalls an der Mündung des Schwarzbaches in Wittlaer, wie Schulze erläutert. Die Mitarbeiter der Biologischen Station hatten vor einigen Jahren Hinweise gefunden, die auf eine Ansiedlung im Düsseldorfer Stadtgebiet hindeuten – das erste Mal seit 1830.
Tierische Gäste aus Südosteuropa
Da die großen Nagetiere in der Landeshauptstadt mittlerweile dauerhaft leben, gibt es aktuell auch einige besondere Gäste im Winter. Der Silberreiher mit seinem vollständig weißen Gefieder ist beispielsweise einer davon. Er stammt ursprünglich aus Südosteuropa. „Für den Winter kommt er jedoch zu uns“, erklärt Schulze. Derzeit sind außerdem Entenarten aus Nordeuropa am Düsseldorfer Elbsee und am Rhein zu beobachten. Die kurzhalsige Schellente, in ihrem schwarzen-weißen Schmuckkleid, ist eine gute Taucherin – bei der Nahrungssuche taucht sie bis zu acht Meter tief ins Wasser.
Zu den faszinierenden Tieren in der Urdenbacher Kämpe zählen laut Julian Oymanns auch verschiedene Amphibien. Der Kammmolch, der bis zu 18 Zentimeter lang wird, ist beispielsweise eine seltene Art. Der bräunlich gefärbte Teichmolch hingegen ist nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) die häufigste Molchart in Deutschland. Während der Winter verbringt er in Hohlräumen unter Steinen und Wurzeln.
Ein besonderes Flussauengebiet im Schutzgebiet
Fische wie der Bachforelle bevorzugen generell kühle Gewässer. Auch dieser sei im Urdenbacher Altrhein anzutreffen, so Moritz Schulze. Der Altrhein ist ein Bestandteil des Naturschutzgebietes Urdenbacher Kämpe. Das 316 Hektar große Gebiet zählt laut Angaben der Biologischen Station zu den letzten Flussauen am Niederrhein, die regelmäßig bei Hochwasser überflutet werden.
Nicht nur an der Erdoberfläche und im Wasser, sondern auch in der Luft passiert viel in diesem Gebiet. „Der Eisvogel ist beispielsweise das ganze Jahr über unterwegs“, sagt Julian Oymanns. Insgesamt beobachtet er: „Bei vielen Vögeln, die wir früher wussten, dass sie im Winter in den Süden ziehen, teilt sich dies mittlerweile.“ So gibt es aktuell noch Raubvögel in der Urdenbacher Kämpe. Und obwohl einige Störche in wärmere Regionen gehen, bleiben andere hier. „Sie sparen sich so eine anstrengende Reise mit vielen Risiken und können im Frühling als Erste die besten Brutplätze einnehmen“, sagt Oymanns. Er erklärt: „Ich habe gestern noch zwei Störche hier gesehen.“
Brüten bald wieder Störche?
Der Geschäftsführer der Biologischen Station ist der Ansicht, dass es sich bei den beiden Störchen sehr wahrscheinlich um die Eltern aus der Urdenbacher Kämpe handelt. Bei den jungen Vögeln sei es oft der Fall, dass sie ihre ersten Lebensjahre vollständig im Süden verbringen.
Es ist außerdem sehr wahrscheinlich, dass man in diesem Frühling erneut brüttende Störche beobachten kann. „Sie sind sehr an ihren Standorten gebunden, und wenn sie einmal erfolgreich Junge großgezogen haben, versuchen sie oft an derselben Stelle und mit dem gleichen Partner erneut“, sagt Oymanns. Voraussichtlich ab Anfang Mai sollten Besucher der Urdenbacher Kämpe daher auch nach jungen Störchen Ausschau halten.
(mbo pvk)
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