Wölfe in Baden-Württemberg – Die Jagddebatte

Ist der WolfWird es in Deutschland immer schlimmer? Ja, behaupten einige und beziehen sich auf die zunehmende Anzahl an Tieren und Rudeln in Deutschland sowie die damit verbundenen Probleme – insbesondere für Landwirte. Nein, sagen andere und warnen vor Risiken für denArtenschutz. Im Deutschen Bundestag wurde in dieser Woche erstmals über eine Änderung desBundesjagdgesetzes und […]

Ist der WolfWird es in Deutschland immer schlimmer? Ja, behaupten einige und beziehen sich auf die zunehmende Anzahl an Tieren und Rudeln in Deutschland sowie die damit verbundenen Probleme – insbesondere für Landwirte. Nein, sagen andere und warnen vor Risiken für denArtenschutz. Im Deutschen Bundestag wurde in dieser Woche erstmals über eine Änderung desBundesjagdgesetzes und des Bundesnaturschutzgesetzes beraten. Die Europäische Union hatte entsprechende Gesetze bereits im letzten Jahr verabschiedet..

Der Vorschlag: Der Wolf soll künftig als „jagdbare Tierart“ betrachtet werden. In Regionen mit einer hohen Wolfspopulation dürfen sie von Juli bis Oktober gezielt getötet werden. „Es geht um den Schutz der Weidetiere“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) zum Vorhaben der Regierung. Wölfe, die beispielsweise Schafe gerissen haben, können bereits heute theoretisch erschossen werden, doch die Hürden dafür sind sehr hoch.

Wie viele Wölfe leben in Deutschland?

Der Wolf war in Deutschland spätestens im 19. Jahrhundert ausgestorben, seit dem Jahrtausendwechsel steigt die Population wieder. Die Anzahl der Tiere und Rudel variiert stark je nach Region. In Nord- und Ostdeutschland haben sich besonders viele Wolfsgruppen niedergelassen. Laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für Wolfsfragen (DBBW) leben die meisten in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Anzahl der Wölfe in Europa ist innerhalb von zehn Jahren fast auf die doppelte Höhe gestiegen. Im Jahr 2023 sollen es 20.300 Tiere gewesen sein.

Wie viele Wölfe leben inBaden-Württemberg?

In Baden-Württemberg werden derzeit vier Tiere als „sesshaft”. Das bedeutet, dass sie mindestens sechs Monate in demselben Bereich nachgewiesen werden konnten. In den letzten zehn Jahren wurden 27 verschiedene Tiere im Land nachgewiesen,die aber größtenteils weiterzogen.

Zwei männliche Wölfe leben derzeit im Nordschwarzwald: Ein Wolf, bezeichnet als GW852m, ist im Gebiet Enztal angesiedelt. Ein weiterer Wolf mit dem Namen GW2672m lebt im Territorium Hornisgrinde. Der dritte Wolf, GW1129m, ebenfalls ein Rüde, befindet sich im Südschwarzwald im Bereich Schluchsee. Ein weiterer Männchen (GW4389m) hat ebenfalls im Südschwarzwald, genauer gesagt im Territorium Ostbaar, seinen Lebensraum gefunden. Die Tiere stammen aus Niedersachsen und Österreich.

Welche Schäden verursachen Wölfe?

Die Regierung der Bundesrepublik betont die Rückkehr des Wolfs als „Erfolg der Biodiversitätspolitik“, gleichzeitig weist sie jedoch auf die damit verbundenen Herausforderungen hin. Laut amtlichen Daten ereigneten sich im Jahr 2024 etwa 1100 Angriffe durch Wölfe.auf Nutztierebei denen etwa 4300 Nutztiere getötet oder verletzt wurden, hauptsächlich Schafe. Den Landwirten wurden hierfür 780.000 Euro als Entschädigung gezahlt. Gleichzeitig wurden 23,4 Millionen Euro für Maßnahmen zum Schutz der Herden bereitgestellt.

Was meint die Politik in Baden-Württemberg zum Wolf?

„Eine Regelung der Bestände ist ökologisch nicht notwendig“, schreibt das Umweltministerium bezüglich des Wolfs im Südwesten. Die Tiere werden in Zusammenarbeit mit benachbarten Bundesländern intensiv überwacht und ein sogenanntes Wolf-Monitoring durchgeführt. Mögliche Entspannungen bei derAbschussauf Länder mit größeren Wolfbeständen, hatte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) bereits vor anderthalb Jahrenzu dem Thema gesagt. Es hat sich vermutlich nicht viel geändert. Zu jener Zeit lebten drei Wölfe in Baden-Württemberg.

Zuletzt häuften sich Berichte aus dem Nordschwarzwald, wonach Menschen immer wieder direkt auf Tiere trafen. Von den Tieren geht dabei keine echte Gefahr aus – dies betont auch das Umweltministerium. Dennoch sollte man bewusst damit umgehen, dass es sich um „wehrhafte Wildtiere“ handelt.Weitere Details bietet das Umweltministerium auf einer speziellen Themenwebsite an..

Mit Material von dpa und AFP.