Hindernisse Ignoriert: Amtliche Missachtung eines Autos auf dem Radweg in Deutschland

Uslar Hindernisse waren den Behörden gleichgültig – die Amtsstellen beschäftigen sich schon lange nicht mit Autos auf dem Radweg. Uslar – Da keinerlei Bedenken seitens der zuständigen Stellen bestanden, stand über zwei Wochen hinweg, bis zum letzten Mittwoch, ein Volkswagen Golf auf dem Geh- und Fahrradweg direkt parallel zur Landesstraße zwischen Uslar und Eschershausen. Nach […]

Uslar

Hindernisse waren den Behörden gleichgültig – die Amtsstellen beschäftigen sich schon lange nicht mit Autos auf dem Radweg.


Uslar – Da keinerlei Bedenken seitens der zuständigen Stellen bestanden, stand über zwei Wochen hinweg, bis zum letzten Mittwoch, ein Volkswagen Golf auf dem Geh- und Fahrradweg direkt parallel zur Landesstraße zwischen Uslar und Eschershausen. Nach einer polizeilichen Prüfung wurde das Auto beschlagnahmt, was unter der Bevölkerung Unzufriedenheit hervorrief. Insbesondere Eltern von Schülerkinder betrachteten dies als gefährliche Situation, da sie diesen Pfad regelmäßig benutzen müssen.
Die Polizeiperspektive unterscheidet sich jedoch davon.

Nach Angaben von Cornelia Klausch, die Leitung des Polizeikommissariats in Uslar hat, wurde der Eigentümer des Wagens gleich darüber unterrichtet, dass sein versichertes und registrierter Fahrzeuge unverzüglich abgeleitet werden muss. Darüber hinaus habe man auch die Straßenmeisterei Uslar, welche sich um die Landestrasse sowie den Fahrradweg kümmert, über den Vorfall informiert. Diese Stelle sei jetzt verantwortlich.

Nach Ostern stellten Mitarbeiter der Straßenmeisterei mindestens zwei Baken als „Absicherung“ am Ort des Golfs auf. Darüber hinaus kam es zu keinem weiteren Vorgehen – abgesehen von den Unzufriedenheiten einiger Passanten bezüglich dieses Hindernisses. Niedergedrücktes Gras deutet darauf hin, dass sich Fußgänger hatte umgeleiten müssen. In dem wenig überschaubaren Bereich der Kreuzung gingen sogar einige Radfahrer auf die stark frequentierte Landesstraße ausgewichen.

Während des gesamten Prozesses wurden die Probleme lediglich beherrscht, stellte man fest, dass sämtliche Reifen am Fahrzeug flach waren und zwei Scheiben beschädigt worden sind. Die verursachten Schäden werden von der Polizei auf etwa 1500 Euro geschätzt und es wird um Augenzeugen gebeten, welche sich beim Polizeirevier Uslar melden sollten.

Bei einer erneuten Anfrage teilte die Polizei am Mittwochnachmittag ausdrücklich mit, dass keine unmittelbare Gefahr bestehe und sie immer noch Kontakt zum Fahrzeughalter habe, der sich um den Abschied des Wagens kümmere.

Markus Gehle, der Leiter der Straßenmeisterei in Uslar, äußerte am selben Morgen, dass die Polizei das Fahrzeug an dem Ort bereits außer Betrieb gesetzt hätte. Diese sei tatsächlich verpflichtet, zusätzliche Maßnahmen einzuleiten. Allerdings plane er, ein Gespräch mit der Polizei anzubahnen. Über diese Sache wolle er keine weiteren Details preisgeben.

Am Mittwoch begab sich plötzlich ein neues Momentum im Fall zutage: Gegen Mittag erklärten die Polizisten, dass sie bereits mit der Straßenmeisterei Klarstellungen bezüglich einer unverzögerten Beseitigung erreicht hätten. Anschließend wurde das Fahrzeug weggebracht.

Auch Torsten Bauer, der Bürgermeister von Uslar, bekam in den letzten Tagen Kenntnis über die Informationen zum schon seit Wochen blockierten Geh- und Fahrradweg. Am Mittwochnachmittag teilte er mit, dass die Gemeinde nur innerhalb des Ortes dafür verantwortlich sei, doch würde er trotzdem eine Entscheidung treffen, falls das Auto nicht sofort abgezogen wird. Kurze Zeit später an dem Ort angelangt, zeigte er sich erfreut darüber, dass das Fahrzeug verschwunden und der Radweg wieder frei von Hindernissen ist. (jde)

Wie gelangte das Auto auf den Fahrradpfad?

Seit dem Abend vom 17. April versperrte der VW Golf sowohl den Gehweg als auch den Fahrradweg. Bei einer Überprüfung stellten Beamte der Polizei fest, dass der 50 Jahre alte Fahrer keinen Lenkfahrzeugbewilligung besaß und sichtbar unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen psychoaktiven Stoffen stand. Im Wagen wurden außerdem illegale Droge sowie ein verbotenes Messer entdeckt. Die Nummernschilder und den Schlüssel sicherte die Polizei, ließ einen Bluttest durchführen und erklärte das Auto für nicht mehr befahrbar.